Hatha Yoga  
Der Begriff Hatha Yoga wurde in der Hatha Yoga Pradipika verwendet, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert. Dort wurde er gebraucht, um den spirituellen Yoga (Raja Yoga) vom mehr körperlichen Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen.
Aus dem körperorientierten Übungssystem des Hatha Yoga, haben sich im Laufe seiner Geschichte verschiedene Yogatraditionen entwickelt. Ein Stil betont statische Körperhaltungen und eine präzise Ausrichtung, während in anderen Schule vielleicht langsame oder dynamische Wechsel zwischen den Positionen gelehrt werden. Die methodischen Unterschiede gehen meist auf ihre Begründer zurück. Neben verschiedenen Formen des Hatha Yogas (nachfolgend) bieten wir Bhakti Yoga und Kundalini Yoga an (Beschreibung weiter unten).
ViniYoga
von Krishnamacharya und seinem Sohn und Schüler T. K. V. Desikachar
Das wesentliche an ViniYoga ist das Prinzip "vinyasa krama", dass heisst die einzelnen Übungen, Übungsreihen, Entspannungen, Meditationen des Yoga werden an die individuellen Gegebenheiten eines Menschen angepasst. Sorgfältig aufgebaute Abfolgen sind darauf abgestimmt, den Körper auf sanfte Art an schwierigere Positionen heranzuführen. Viniyoga konzentriert sich mehr darauf den Verstand (mind) zu beruhigen, als Körperhaltungen zu perfektionieren. Es gibt kein Standardprogramm, der Lehrer stellt das Übungsprogramm aus einer Kombination von Bewegung, Haltung Atmung, Meditation und Mantras zusammen gemäss der Möglichkeiten seiner Schüler. Der Atem spielt eine Schlüsselrolle bei der Kombination von Stellungen zu Bewegungsabfolgen (vinyasa). Falsche Atmemmuster lösen sich allmählich auf und eine Balance zwischen Körper und Seele stellt sich in einem meditativen Atmungszustand ein.
Sivananda Yoga
von Swami Sivananda
Traditionell beinhaltet Sivananda Yoga Surya Namaskara (Sonnengruss), die Rishikesh Reihe und eine tiefe Entspannung. Surya Namaskara dient den meisten Leuten zum Aufwärmen oder zur Dehnung. Die folgende Rishikesh Reihe besteht aus 12 Stellungen, die in unterschiedlichen Ausführungen praktiziert werden. Durch bewusste Atemführung werden diese Körperstellungen gleichzeitig zum physischen Workout und meditativer Praxis. Jede Sivananda Yoga Praxis endet mit einer Tiefenentspannung. Dieser Stil vereint Hatha Yoga Stellungen, Meditation, Satsang, Atemübungen (Pranayama) und Ernährungswissenschaft.
Bhakti-Yoga
Philosophische Grundlage des Bhakti-Yogas ist die Bhagavad-Gita, die "Bibel Indiens", in der beschrieben wird, dass jedes Lebewesen eine unsterbliche spirituelle Seele ist und ewig ein winziges Teilchen Gottes, dem Ursprung der gesamten Schöpfung. Der Begriff "Yoga" heißt wörtlich "Verbindung aufnehmen", und "Bhakti" bedeutet "Liebe" und auch "hingebungsvoller Dienst". Bhakti-Yoga bedeutet also "sich mit dem Höchsten durch liebenden, hingebungsvollen Dienst zu verbinden".Das letztendliche Ziel ist es dabei, sich mehr und mehr seiner individuellen Beziehung zu Gott bewusst zu werden und Liebe zu ihm zu entwickeln. Für die
reine Seele ist es etwas ganz natürliches, Gott zu lieben. Aber durch die materielle Bedeckung vergisst die Seele ihre wirkliche Stellung und versucht, den materiellen Körper mit seinen Sinnen zu genießen, was die letztendliche Ursache aller Probleme darstellt. Zum Vorgang des Bhakti-Yogas gehören verschiedene Praktiken, wie z.B. Mantra-Meditation (Bhajan-Singen), Studium der vedischen Schriften, Gebete,
Pujas, praktischer Dienst u.a.
Kundalini Yoga
nach Yogi Bhajan
Dies ist das Yoga des Bewusstsein. Der Stil konzentriert sich auf die Zusammenwirkung von Verstand (mind), Körper und Geist um das Unterbewusstsein zu klären und den Schüler auf den Weg zum Erreichen seines höchsten Potenzials zu bringen. Die unterrichteten Stellungen sind einfach einzunehmen und leicht zu erlernen. Kundalini Yoga ist sehr abwechslungsreich. Es bietet hunderte von Sets zu unterschiedlichen Gesundheits- und Lebensthemen. Die meisten Personen können sie bereits ab dem ersten Tag ausführen. Oft sind es sanfte Bewegungen, die mit der Atmung koordiniert werden. Sie zielen darauf den Körper stufenweise zu dehnen, den Kreislauf anzuregen und das Nerven- und Drüsensystem zu kräftigen. Die Klassen enden mit einer meist kräftigen Meditation, einer Tiefenentspannung, manchmal von einer Gongmeditation begleitet.
Integral Yoga

nach Sri Aurobindo

Integral bedeutet literarisch übersetzt etwas ganz machen. Aurobindo definiert Ganzheit als die Kombination von Körper und Seele, geistig und über die geistige Welt und Gott hinaus. Die Basis ist Selbstreflektion um zu erkennen, dass in Wahrheit Alles göttlich und heilig ist. Und dass dies in jeder Zelle des Körpers erfahren werden kann. Integral Yoga selbst hat keine spezifischen Stellungen wie der Hatha Yoga. Wichtiger als Stellungen ist nach Auffassung von Aurobindo, dass jeder seine Handlungen bewusst, mit Freude, Liebe und völliger Hingabe in jeder Sekunde des Lebens vollzieht.